Scherbenhaufen

Ich steh wieder dort
Vorm Scherbenhaufen
Dachte, der sei fort
Oder bin ich davon gelaufen?

Doch, ist immer noch derselbe
Hab ihn schon so oft aufgekehrt
Liegt aber schon wieder im Felde
Was mach ich verkehrt?

Hab alles gegeben
War aber nicht richtig
Ließ sich nicht beheben
Am Ende wars nichtig

Ich brauch eine Pause
Vielleicht für immer?
Will endlich nach Hause
Oder wird es dort schlimmer?

Warum lässt du das zu?
Kann mein Zerbruch dein Plan sein?
Du könntest es richten im Nu
Aber ich fall immer wieder drauf rein

Hab keine Lust, zu trauern
Oder noch mehr Gedanken zu verschwenden
Das würde zu lange dauern
Ehe die ein Ende fänden

Eigentlich weiß ich, Leid ist nie dein Wille
Wobei du meine Entscheidungen nicht verbietest
Die ich treff, durch meine Tunnelblickbrille
Obwohl du davon abrietest

Ich mach, wonach ich mich fühle
So liefere ich mich selbst ans Messer
Indem ich nach passenden Teilen zu meinem Mangel wühle
Aber was soll ich machen? Ich kann es halt nicht besser

Du sagst: “Du hast Recht
Wie sollst du es auch besser können?
Dein Wille jedenfalls ist echt
Und du darfst dir Ruhe gönnen

Ich weiß, dass du viele Lügen glaubst
Hör auf, zu wühlen, sieh mich an!
Und wenn du es mir erlaubst
Zeig ich dir, was ich machen kann!”

Im Morgengrauen
Wenn ich mal ruhig bin
Fängst du an zu bauen
Alle Stücke mit Sinn

Du verbindest sie ohne Normen
Und ich sehe in meinem Krieg
Du willst mein Herz neu formen
Als ein komplexes Mosaik

Sind die Stücke dann zusammen
Zündest du ein Licht von innen an
Entfachst mein Inneres mit deinen
Flammen
Sodass man Facetten sehen kann

Ich erkenne mich nicht wieder, doch bemerk:
Mein altes Ich muss sterben
Dann machst du aus Zerbruch das Meisterwerk
Aus all den ganzen Scherben

Erstellung 30.05.23, 22:13 Uhr bis 03.06.23, 14:30 Uhr

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